LELA

Theater-Friedensarbeit in Abchasien

Im Zusammenhang mit dem   „Youth Leadership Program“ wurden Anina Jendreyko und Nadim Jarrar (Volksbühne Basel) von DRC (danish refugee concil) und artasfoundation  für ein Theaterprojekt nach Abchasien eingeladen.

Wie viele Kriege in den letzten Jahrzehnten war und ist der Konflikt um Abchasien eine Auseinandersetzung, der die politische Instrumentalisierung ethnischer Herkunft jahrhundertelang miteinander zusammenlebender Kulturen voranging. Die gegenseitige Verständigung, ja die Wertschätzung kultureller Vielfalt innerhalb einer jüngeren Generation sind Voraussetzung für das Gelingen einer zivilen Gesellschaft.

Die Jugendlichen sensibilisieren sich in der Theaterarbeit für Themen wie gewaltfreie Kommunikation, Umwelt, Geschlechterrollen – vor allem aber erleben sie eine erfolgreiche Zusammenarbeit, freundschaftlich beigelegte Konflikte und Vertrautheit jenseits von Vorurteilen bei aller familiären Prägung durch Krieg und Entbehrung.

Das „Youth Leadership Program“-von DRC ( Danish Refugee Council) die seit vielen Jahren vor Ort arbeiten, ermöglicht der jungen Generation der vielsprachigen und -kulturellen Gemeinden Abchasiens gemeinsame Workshops. Die Arbeit des DRC, unterstützt von artasfoundation, ermöglichte die Theaterarbeit.

Die Basler Regisseurin Anina Jendreyko und der Schauspieler Nadim Jarrar interessieren sich für Alltagsthemen von Jugendlichen, ihre Rollenzuweisungen und Verhaltensmuster. Im März 2014 werden sie von artasfoundation zur Arbeit in Abchasien eingeladen. Unterstützt von einem Team des DRC (Natia Belkania, Lela Rusia) leiten sie im Frühling und im Sommer mehrere Theaterworkshops mit 24 Darsteller*innen im Alter zwischen 15 und 21 Jahren. Über alle ethnischen Differenzen hinweg finden die jungen Leute zu einer spielfreudigen und fantasievollen Gruppe zusammen, und es entsteht eine Fülle von Improvisationen, die sie schliesslich zu einem Stück verdichten. Als dramaturgischer Bogen dient das Märchen Schneewittchen, das allen Beteiligten vertraut ist – ob sie nun aus schweizerischen und deutsch-palästinensischen Familien stammen wie Anina und Nadim oder mingrelischer, georgischer, abchasischer oder russischer Herkunft und Sprache sind wie die jungen Leute.

Das Theaterstück „Lela“ wurde im Oktober 2014  fünf mal in einer kleinen Tournee durch 10  Gemeinden aus denen die Jugendlichen kommen  öffentlich aufgeführt. Die Vorstellungen fanden in Ochamchyra, Pirveli Gali, Suchum/i, Chegali und Chuburkhinji statt und erreichten ein grosses, begeistertes Publikum. 

artasfoundation