A&X

Eine Liebesgeschichte in Zeiten des Krieges, nach dem gleichnamigen Roman von John Berger

In seinem Roman zeigt John Berger das Politische der menschlichen Existenz, in den Kleinigkeiten des täglichen Lebens ebenso wie im Ausnahmezustand. Liebe und Hoffnung sind kein Besitz,
sondern eine immer wieder aufs Neue zu treffende Entscheidung.

Xavier ist aus politischen Gründen zu zweimal lebenslänglich verurteilt. A’ida seine Gefährtin, schreibt ihm ins Gefängnis. Die Kraft ihrer Worte, ihr Mut und ihre Lust am Leben sind stärker als die Mauern und Grenzen.

„Das Flüchtige ist nicht das Gegenteil des Ewigen, das Gegenteil des Ewigen ist das Vergessene“.

A & X ist ein Abend gegen das Vergessen – gegen das Vergessen all Jener,
die für ein Leben ohne Krieg und Unterdrückung aufgestanden sind und dafür heute einstehen. Poetisch und feinfühlig wird eine Geschichte in Szene gesetzt, die sich überall auf der Welt ereignen kann. Heute – Jetzt!

Schauspiel: Anina Jendreyko, Robert Baranowski,
Orhan Müstak, Maya Alban-Zapata
Konzept und Textfassung: Anina Jendreyko und Axel Nitz
Regie: Axel Nitz
Video: Tabea Rothfuchs, David Fortmann
Kostüme: Cornelia Peter
Licht / Technik: Michel Jann
Regie-Assistenz: Özlem Yilmaz, Lilia Widrig
Produktionsleitung: Pascal Moor

Bearbeitung für die Bühne von Anina Jendreyko und Axel Nitz nach „A und X – eine Liebesgeschichte in Briefen“ von John Berger, übersetzt von Hans Jürgen Balmes.
© John Berger 2008. Alle Rechte der deutschen Ausgabe © Carl Hanser Verlag München 2010.

www.volksbuehne.basel.ch In Zusammenarbeit mit dem ROXY Birsfelden

Video

Pressestimmen und Resonanz

Die Theaterstück „A&X“der Basler Volkbühne ist ein Glücksfall. Es gelingt der Dramatisierung des Romans von John Berger, die in dem Buch enthaltenden Themen so auf die Bühne zu stellen, dass deren Aktualität anstrengungslos sichtbar wird. Die Situation der Vertriebenen und Migranten wird auf der Bühne dargestellt. Deren Frage, wie man in einer solchen Welt noch Hoffnung finden kann, die uns überleben lässt, wird so direkt an den Zuschauer weitergereicht.

Die Zärtlichkeit und Insistenz, mit der diese Frage gestellt wird, kommen vor dem düsteren politischen Hintergrund durch das Spiel von Anina Jendreyko und Robert Baranowski zum Leuchten. Als Übersetzer dachte ich, dass ich den Text ganz gut kenne, aber durch die Inszenierung des Romans auf der Bühne habe ich neue Winkel entdeckt, eine Poesie des Gefühls, die in dem Spiel herausgearbeitet wurde.

Hans Jürgen Balmes seit 23 Jahren übersetzt er die Bücher von John Berger aus dem Englischen ins Deutsch

“Dem Paar ist es untersagt, sich zu sehen, und so schreibt A’ida (wunderbar ungestüm gespielt von Anina Jendreyko selbst) ihm ins Gefängnis. Ihre Briefe beginnen mit «Habibi» oder «Mi guapo», sie könnten irgendwo auf der Welt geschrieben worden sein, die Geschichte von A und X bedarf keiner geografischen Abhängigkeit. «Das Gegenteil des Ewigen ist nicht das Flüchtige – es ist das Vergessen», sagt A’ida vor eingeblendeten Aufnahmen zerstörter Städte. Dagegen kämpfen sie und die Volksbühne an. Gegen das Vergessen und fürs Erkennen derjeniger, die in den Kerkern despotischer Regimes nach zarten Verbindungen suchen. Hier liegt die Stärke der Volksbühne. Und die haben Axel Nitz und Anina Jendreyko mit «A&X» wieder einmal aufs Bewegendste vorgeführt.”

Naomi Gregoris, Tageswoche, 10.01.2016

Ich habe letzten Freitag Ihren John Berger gesehen und möchte Ihnen gerne eine Rückmeldung geben, weil mir persönlich die Aufführung sehr viel gebracht hat. Dies auch als Theatermacher und Theaterkritiker.

Ich bin am Ende noch sitzen geblieben und hoffte, Sie kämen bald mal aus dem Kabäuschen, aber dann hab ich mich nicht hinter die Bühne gewagt. 

Ich bringe es punktuell:

Die Umsetzung dieses starken Romans ist super gelungen, die Auswahl der Szenen und das eingeflochtene Spiel von Erzähltem in den Briefen war ergreifend! Das Schlichte, aber prägnante Bühnenbild genau passend. Die Bewegungen zum Partner nicht illustrierend zu den Worten, das fand ich ganz stark. Das Körperspiel von Anina Jendreyko war sehr frei, offen und konzentriert, kontrolliert zugleich, eine seltene Eigenschaft. Die mitreissende Verhaltenheit und die „Echtheit“ der Gefühle war ganz gross, das Lachen, die Freude, auch mit der jungen Frau, sie ist emotional für das Publikum absolute Spitze.

Ich liebe eigentlich Videos auf dem Theater nicht und eingespielte Musik auch nicht. Aber diese waren trefflich, ergänzend, bereichernd.

Ich getraue mich nur schwer, auf dem Theater dieses weibliche Multitasking zu inszenieren, weil die Bewegung des einen die Sprache des andern stören könnte etc. Hier aber ist das bestens gelungen, Parallelitäten waren dezent, dass es positiv wirkte. Heutige Zuschauer können da auch mehr, sind es gewohnt.

Jörg Jermann Theaterkritiker Basel

„Xaviers Zelle symbolisiert auf der Basler Bühne sein gegen die fensterlose Wand gerichteter Schreibtisch… Wirklich lebendig wird Xavier dagegen nur in A’idas Erinnerung. Dann stehen sich die beiden plötzlich, wie einst in besseren Tagen, lächelnd gegenüber und steigen gar zusammen in ein Kleinflugzeug, das er steuert, während sie bildhaft auf seinen Schultern sitzt, juchzend und die Arme weit ausgebreitet. Welches schönere Bild für Freiheit gäbe es, als miteinander zu fliegen? In die Realität zurück führen dagegen Begegnungen mit anderen Verfolgten. Die Berger-Jendreyko-Figur hat dabei nichts mit ihrer Namensvetterin in der Verdi-Oper zu tun. Sie ist keine Prinzessin in Gefangenschaft, sondern eine starke moderne Frau.“

Annette Mahro, Badische Zeitung, 18.1.2016
schauspiel
Proben A und X, ein Stück der Volksbühne Basel, aufgeführt im Ackermannshof in Basel. Premiere am 9. Januar 2016.