Anina Jendreyko
Schauspiel Theater und Film

Schauspiel

 

A & X

Die Volksbühne Basel spielt A & X   Deutschsprachige Erstaufführung  nach dem Roman von John Berger. Premiere 9. Januar 2016 - Aufführungen zwischen 12. Januar und 6. Februar 2016

 

NEUE DATEN: 2./ 4. und 5. November 2016 im Theater Roxy 

 

jeweils 20:00, in der Druckereihalle im Ackermannshof, Basel:

 

„A & X“ ist eine Liebesgeschichte in Zeiten des Krieges.

Die Volksbühne Basel erarbeitete die erste, deutschsprachige Bühnenadaption des Romans „A&X“ von John Berger (original: „From A to X“, London 2008).

Es ist eine Geschichte von grosser Dringlichkeit, geformt durch Zärtlichkeit und durch eine brisante, politische Vision. Alles, worüber John Berger  schreibt hat Tiefe, ist Präzise und legt Rechenschaft ab über die Freiheit und das Fehlen derselben, Hoffnung und ihr Abwesenheit, Liebe und die grosse Sehnsucht, die von einem Besitz ergreift, wenn ein geliebter Mensch unerreichbar ist.

 

Die in der Inszenierung auftretenden Figuren sind Teil einer Liebesgeschichte die nie den gesellschaftlichen Kontext aus den Augen verliert. Dabei vermischen sich, von Bildern und Videos unterstützt, politische Überlegungen mit persönlichen Erfahrungen, Erinnerungen mit Gegenwart, die Poesie der Träume mit der grausamen Wirklichkeit.

 

Der künstlerischen Leiterin Anina Jendreyko war dieser Stoff schon lange ein Anliegen. Gemeinsam mit Axel Nitz – mit dem sie vor einigen Jahren schon mal in Basel zusammenarbeitete (Brief an Orestes) erstellten in der Rücksprache mit John Berger eine Bühnenfassung. Es ist die dritte Produktion der Volksbühne Basel – mit bekannten und neuen Gesichtern.

 

Konzept und Textfassung: Anina Jendreyko, Axel Nitz

 

A’ida: Anina Jendreyko

Xavier: Robert Baranowski

Fahraddfahrer, Ved, Raf, Gassan, Alexis: Orhan Müstak

Soko, Manda,  Ninînha: Maya Alban-Zapata

Regie: Axel Nitz

 

Video: Tabea Rothfuchs, David Fortmann

Kostüme und Ausstattung: Cornelia Peter

Licht/Technik: Michel Jann

Regieassistenz: Lilia Widrig, Özlem Yilmaz

Videoassistenz: Julia Minnig, Tobija Stuker, Vera Bruggmann

Gesang: Özlem Yilmaz

Kommunikation: Clara Günther

Produktionsleitung: Pascal Moor

 

  

>> Text des Autors

>> Kritik Badische Zeitung vom 18.01.2016 

>> Kritik Tageswoche vom 10.01.2016

>> Kritik BZ vom 11.01.2016

 

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Brief an Orestes – von Jakovos Kambanelli in der Übersetzung von Dimitris Depountis 

 

Das Einfraustück greift aus der Perspektive Klytämnestras die Themen der Orestie auf. Er erzählt die mythologische Handlung aus der Sicht der Täterin.!„...Es wurde zwar keiner von uns als Monster geboren, dennoch sind wir zu monströsen Taten bereit..."!Hier zeigt der Autor – wie an vielen anderen Stellen - ebenso die Aktualität des Stoffes, den er virtuos handhabt, dass sein „Brief an Orestes" nirgends aufgesetzt wirkt – er enthüllt eine selbstbewusste Frau, die jede Selbsttäuschung hinter sich gelassen hat und die Wahrheit ans

Licht bringen will. BAZ, Februar 2008

Als Agamemnon nach 10-jährigem Krieg aus Troja nach Hause zurückkehrt, wird er von Klytämnestra ermordet. Nun fürchtet sie die Rache ihrer Kinder Elektra und Orestes und wird vom Gedanken an ihre Tat gequält: „Auch ich trage Schuld, Orestes, habe Fehler begangen. Denn es brauchte lange, bis ich begriff, wie schrecklich falsch es war, die Wahrheit zu verschweigen. Tue das nie! Wir glauben, dass sie uns in Ruhe lässt, wenn wir sie in Ruhe lassen..."!!...Das Publikum ist quasi Orestes. Wir waren Orestes. Jendreykos Schilderungen erfolgen so echt, sie spielt in einem so persönlichen Stil und so unmittelbar, als wäre sie eine nahestehende Person, die einem ihre intimsten Gedanken anvertraut...!!Es entsteht keinerlei Distanz durch die scheinbar trennenden Jahrhunderte. Jendreykos Klytämnestra ist natürlich ein Kind ihrer Epoche, aber in ihrer Ehrlichkeit, ihrem Ringen um Selbstachtung und den Bemühungen einer reiferen Frau, den Hergang ihres Lebens im Rückblick zu begreifen, trennt sie nichts von der Frau von heute. Sie übernimmt die Verantwortung für ihr Leben und steht für ihre Sache ein. KARLSRUHER ZEITUNG 25.7.2011!!Ich war im Frühjahr 2007 zur Gedenk- und Befreiungsfeier des KZ Mauthausen mit dem Thema „KünstlerInnen, die im KZ Mauthausen ermordet wurden oder überlebten“ eingeladen. Mein Referat galt dem Leben und Werk Jakovos Kambanellis. Im Zuge der Vorbereitungen lernte ich ihn persönlich in Athen kennen. Es kam zu mehreren ausführlichen Gesprächen. Und in einem dieser Gespräche schenkte er mir „Brief an Orestes“. Dimitris Depountis übersetze ihn ins Deutsche und unter der Regie von Axel Nitz brachten wir ihn 2008 zur deutschen Erstaufführung und gastierten damit im Verlaufe der letzten Jahren an verschiednen deutschsprachigen Bühnen und ebenso in Athen und Thessaloniki.!!Der Autor!Jakovos Kambanellis (1922 - 2011) lebte in Athen und zählte zu den wichtigsten Dramatiker des modernen Griechenlands. Nachdem Kambanellis 1945 aus zweieinhalbjähriger KZ-Haft in Mauthausen nach Griechenland zurückkehrte, entdeckte er seine Begeisterung für das Theater. „Ich weiss nicht, ob ich der wäre, der ich nun bin, wenn ich nicht diese unschätzbare Erfahrung in der Hölle gemacht hätte ... Antriebsfeder zum Schreiben war die Beziehung zu Mauthausen – ohne Mauthausen, hätte ich die Kraft des Theaters nicht entdecken können. Das Theater enthüllte mich und ich entdeckte es."!!Auf Deutsch sind seine Texte zur „Mauthausen-Kantate" (Vertonung Mikis Theodorakis) bekannt. In Griechenland hatte er hingegen zwischen 1952 und 2011 über 30 Stücke geschrieben, die jeweils mit grossem Erfolg aufgeführt wurden. Zahlreiche Stücke wurden ins Russische, Französische und Englische übersetzt und aufgeführt. Sein autobiographischer Roman „Mauthausen „ erschien 2011 endlich auch in einer deutschen Übersetzung.!!Gastspiel auf Anfrage – Dauer 60 Minuten!!Übersetzung Dimitris Depountis, Regie Axel Nitz , Licht Cornelius Hunziker, Technik Brigitte Fässler, Kostüm und Ausstattung Monika Groehner-Vogt

 

(Aufführung in Saloniki A. Jendreyko und Jakovos Kambanellis) 

 
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Theater

Freiberuflich

Stücke (Auswahl)
2013 „Warten auf die Barbaren“ Basel/Berlin
2011 Brief an Orestes CH/D/Griechenland
2010 Das Ende vom Anfang Zürich Theater
2009 Gilgames Basel
2006 Antigone Basel/Düsseldorf
2006 Macbeth Baselland
2004 Traumnovelle Griechenland
2004 Kassandra Griechenland
Rolle
Kommissarin
Klytemnestra
Rigiblick Lizzy
Isthar
Eurydike und Chor
Lady Macbeth
Albertine
Kassandra
Regie
Dominik Huber
Axel Nitz
F. Buckhardt
Kaspar Geiger
H-D.Jendreyko
Andrea Pfaehler
Katharina diFilipa
Dimitris Foscolo

 

Engagemente am Theater Konstanz, Schauspielhaus Düsseldorf, Staatstheater

Stuttgart, Städtische Bühnen Frankfurt a Main

 

Film

Film/TV (Auswahl)
2011 Feministinnen
2009 Thalassa
2009 Hatira
2009 Nie vergessen
2008 Standpunkte
2007 zuhause
2007 el regresso del gato fantasma
2007 le retour de Chat masque
2007 il ritorno del gatto fantasma
2007 Phantom Cat
Rolle
Patricia Jünger
Katerina
Ayse Hanim
Karoline
Eva
Mutter
Ama
Taxifahrerin
Punk
Lady M
Regie
K. Windemann
K. Gabrielidis
N. Yurtdas
A. Sen
M. Schaub
K. Patzmann
T. Löhn
J. Stevens/T. Löhn
J. Stevens/T. Löhn
T. Löhn
Produktion
ZHDK Zürich
plagon film
Mezopatamia
Yenifilm
Nordfilm
HGKZ Zürich
Cornelsen
Cornelsen
Cornelsen
Cornelsen

 

1996 - 2005 Diverse Kurzfilme - Türkei und Griechenland 

 

 

 
 
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Regie Wir alle tragen verschiedene Kulturen in uns. Hinter der Frage nach Herkunft und Heimat eröffnet sich ein Raum, der voll ist mit persönlichen Geschichten. Mein Theater ist eines, das von diesen Geschichten erzählt, sie auf der Bühne entfaltet und sichtbar macht.

 

kann eingeladen werden“ info@volksbuehne-basel.ch

 

Urbane Lebensgeschichten aus der Perspektive von fünf Söhnen.

 

Vor der Geräuschkulisse vorbeidonnernder Züge treffen sich fünf Männer zufällig in einem Imbiss, im unwirtlichen Nirgendwo. Sie sind aus der Zeit gefallen, auf der Durchreise. Zögernd kommen die Männer aus ihren inneren Monologen ins Gespräch. Sie erzählen von Aufbrüchen, Verlusten, Hindernissen, von den Ecken und Kanten, die ihr Leben prägen und dem Ringen nach Glück! Der Imbiss wird für eine kurze Dauer zum Mittelpunkt ihrer Welt. Was sie vereint, ist Emigration – vom Dorf in die Stadt, von einem Land ins nächste, erzwungen oder gewählt - als fundamentale Erfahrung, die fundamentale Erfahrung unserer Zeit. Schwer zu tragen sind diese Geschichten - doch ihre Selbstbehauptung ist wie ein kleines Zuhause.

 

Regie & Text: Anina Jendreyko

Schauspiel: (Jean) Nadim Jarrar, (Stani) Robert Baranowski, (Memo)

Orhan Müstak

 

Musik: Haki Kilic, Delchad Ahmad

Produktionsleitung: Pascal Moor

Regie-Assistenz: Marie Jeger

Bühne: Pia Gehriger

Requisite: Özlem Yilmaz

Kostüme: Cornelia Peter

Gastspiele auf Anfrage

 

Trailer

 

 

Kritiken

 

 >> Theaterkritik 'Söhne' aus Kultur Kompakt von Radio SRF.

>> Kritik Badische Zeitung

 

VOLKSBÜHNE BASEL

SÖHNE

Allen postdramatischen und sonstigen Formbeschwörern im zeitgenössischen Theater zum Trotz greift die Volksbühne Basel mit SÖHNE auf die denkbar einfachste Form zurück: einen konkreten Ort und fünf Männer, die hier aufeinandertreffen und anfangen über sich zu sprechen ohne Netz und doppelten Boden. Die Ungeheuerlichkeit von SÖHNE in der Inszenierung von Anina Jendreyko liegt in der Banalität des Abends. Die Männer sprechen Privates, Intimes, Heikles aus. Sie lassen sich Zeit. Sie hören aufmerksam zu, obwohl nie ganz eindeutig ist, ob sie miteinander oder zu sich selbst reden. Sie beobachten sich und scheinen das Gesagte doch nie zu sie bewerten. Sie nicken nicht mit den Köpfen und bekunden kein Mitgefühl. Hier gibt nicht einfach ein Wort das andere. Es ist ein schwer auszumachendes Impulssystem, das die Männer zum reden oder zum Musik machen bringt. Aber es gibt ein System und es gibt den Moment, indem es sich zusammenzieht und entlädt. Ein explosionsartiger Ausbruch des Barkeepers schlägt wie Blitz und Donner ein. Und geht vorüber. Die Luft ist wieder rein. Und plötzlich ist Raum für eine Geschichte, die trivialer kaum sein kann: wie sich Einer mit 1,80 Euro satt essen und dabei glücklich werden kann. Selten war ein Moment im Theater wahrhaftiger und schöner.

SÖHNE ist absolut sehenswert.

 

Spieldaten

Alte Markthalle am Bahnhof Basel, Steinentorberg 20

Mai 28. (Premiere) / 30.

Juni 3. / 4. / 5. / 6. / 7.

jeweils 20 Uhr

Schlachthaus Bern:

28.29.& 30. Januar 2015

Tickets: www.volksbuehne-basel.ch / 078 671 18 81

Im November im Roxy Birsfelden, Muttenzerstr. 6

Schlachthaus Bern:

Mittwoch den 28. Januar und Donnerstag den 29. Januar 2015 um 19 Uhr 

Freitag den 30. Januar 2015 um 20.30 
Karten unter online unter www.schlachthaus.ch oder an der Abendkasse

 

SELAM HABIBI

Eine Produktion der Volksbühne Basel - Gastspiel 4.-7. März 2014 am Heimathafen in Neukölln Berlin

 

Shakespeares berühmte Liebesgeschichte „Romeo und Julia“ wird adaptiert von einem Ensemble aus Schauspielern, Musikern und Jugendlichen, deren unterschiedliche Biographien und Lebenswelten die  Inszenierung prägen. Es stehen sich nicht zwei verfeindete Familien gegenüber, auch nicht voneinander abgegrenzte homogene Kulturen, aus deren Aufeinandertreffen die theatralen Konflikte entstehen, sondern höchst unterschiedliche Menschen, die transkulturell und translokal in ihrer Suche nach Zugehörigkeit, Verbindlichkeit und Freundschaft, im Ausbruch aus Zwängen und der Suche nach dem richtigen Mass an Freiheit sind.

 

Es ist Shakespeares Sprache, sein Witz und seine Poesie, mit der das Ensemble sich auf die Spurensuche des urbanen Alltags begibt, entlang der Bruchlinien, der Konflikte und der Fülle, die die Begegnung höchst unterschiedlicher Menschen, Lebens- und Liebensweisen bietet. 

Das Original ist in Handlung und Personnage reduziert, leicht umgestellt und mit verändertem Schluss. Der Text ist bis auf ein paar wenige umgangssprachliche Wörter das Original von Shakespeare. Am Ende steht hier nicht der vorgetäuschte Tod, der verpasste Brief, das Erwachen in der Gruft und das tragische Sterben, sondern eine Julia, die in der Auswegslosigkeit zwischen Ehe mit dem Ungeliebten, Vertreibung aus der Familie oder Tod einen ganz eigenen Weg geht. Die Besetzung besteht zum grössten Teil aus professionellen Schauspielern, drei Musikern, jugendlichen Darstellern mit Theatererfahrung und zwei Oma’s.

In Selam Habibi stehen sich nicht zwei verfeindete Familien gegenüber, auch nicht voneinander abgegrenzte homogene Kulturen, aus deren Aufeinandertreffen die theatralen Konflikte entstehen, sondern höchst unterschiedliche Menschen, die transkulturell und translokal in ihrer Verwirrung, in der Suche nach Zugehörigkeit, Verbindlichkeit und Freundschaft, im Ausbruch aus Zwängen aus und der Suche nach dem richtigen Mass an Freiheit sind.!!Bei Selam Habibi ist die Familie Capulet - ebenso wie Romeo und seine Freunde Mercutio und Benvolio - schon in sich ein Patchwork der kulturellen Herkünfte. Damit ist der Konflikt bereits in die Familie verlagert, es geht nicht um - zugespitzt - türkisch oder nicht türkisch, sondern darum, nach welchen Regeln man miteinander Leben möchte, wie Zusammenhalt einer Gemeinschaft und Identität und vor allem: wie Liebe in einer ausdifferenzierten pluralen Gesellschaft möglich ist.!!„Der Theaterabend verzichtet auf Künstlichkeit und ironische Distanziertheit. Es ist der gelungene Versuch viel echtes Leben in den Kunstraum Theater hineinzutragen. Das Auftreten der Figuren wirkt so echt, als seien sie eben von der Strasse ins Theater hineingeschneit.....Der grosse und überregionale Ansturm auf die Vorstellungen belegt, dass das sehr heterogene Ensemble sich dem Publikum in seiner Vielfalt als hochenergetische mitreissende Spiel-Gemeinschaft präsentiert, und mit Romeo und Julia als Vorlage brennend aktuelle Themen der heutigen städtischen Gemeinschaft auf die Bühne bringt.” Tageswoche, Basel

 

(Auswahl)

 

2013 „Selam Habibi“ eine Produktion der Volksbühne Basel - Basel /Chur / Berlin - www.volksbuehne-basel.ch in Kooproduktion mit em Heimathafen Neukölln Berlin

 

2012 „Was wetsch?!“ am Theater Chur - Junges Theater

 

2011 „Reise zu unserem Fussabdruck an anderen Orten der Welt“ Blickwechsel – eine szenische Intervention am Museum der Kulturen Basel gemeinsam mit 10 Flüchtlingen haben wir einen Blickwechsel auf die Ausstellungsexponate der Ausstellung “Eigensinn” erarbeitet mit Christoph Finger und Claudio Gallasch

 

2008 „Bezahlt wird nicht“ Dario Fo –Basel November 2008 2. Preis Jugendtheatertreffen Junges Schauspielhaus Zürich Mai 2009 und verschiedene freie Theaterprojekte in Griechenland und der Türkei und an Schulen in Basel und Zürich

 

Regiearbeiten innerhalb des transkulturellen Theaterprojektes „fremd?!“

 

2011 „was heisst denn hier fremd?!“ eine Inszenierung mit 10 Jugendlichen aus ehemaligen “fremd?!”- Produktionen. Gewinnerin des Secondo Theaterfestival Gastspiel an verschiedenen Theatern und Festivals u.a. Theater Chur und JKF Basel.

 

2010 „Hey du!!! - fremd?“ Vorstadttheater Basel
Tanz: Illjiaz Yusufi (Ruff’N’X ) Musik: Makale

 

2009 „wer bin ich - ICH!“ Vorstadttheater Basel
Musik: Erdem Cayir (Makale ) Tanz: Burim Yusufi (Ruff’N’X )

 

2008 „Ich bin anders als andere – weil ich, ich bin“ Vorstadttheater Basel
Musik: Erdem Cayir (Makale ) Tanz: Burim Yusufi (Ruff’N’X )

 

2008 „Ich bin so wie ich bin“ Vorstadttheater Basel
Musik: Erdem Cayir (Makale ) Tanz: Burim Yusufi (Ruff’N’X )

 

2007 „fremd?!“ Vorstadttheater Basel – Orient meeds Ozident


Lesung Der Mann mit dem zerzausten Haar 19. Januar 2016 (19:00)

Moderation durch den Abend: Georg Geiger. Lesung: Anina Jendreyko

 

Eine Lesung mit Texten von John Berger zum Thema Terrorismus. Wo ist der blinde Fleck der kapitalistischen Warengesellschaft und was hat das mit Terrorismus zu tun? Geschrieben zwischen 1992 und 2005. Ein Abend gegen das Vergessen!

 

John Berger wurde 1926 in London geboren. Nach dem Kunststudium begann er als Maler zu wirken. In den 50er-Jahren arbeitete er mehrere Jahre als Lehrer. Zur selben Zeit begann er auch Kunstkritiken, Künstlerbiografien und Essays über Kunst zu schreiben. Im Kalten Krieg war er in der englischen Friedensbewegung aktiv. In den 1970er Jahren schrieb er mehrere Drehbücher für Alain Tanner. Als Berger die Hälfte des Booker Prize, den er 1972 für seinen Entwicklungsroman «G.» erhalten hatte, an die Black-Panther Bewegung spendete, entstand ein politischer Skandal. Daraufhin verliess Berger England und zog in ein Savoyer Bergdorf, wo er heute noch lebt. In seinem Werk zeigt John Berger das Politische der menschlichen Existenz, beim täglichen Leben ebenso wie im Ausnahmezustand. Die Veranstaltung findet begleitend zur Aufführung von «A&X. Eine Liebesgeschichte in Briefen» der Volksbühne Basel in der Druckereihalle statt.

 

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01. FEBRUAR IM WALDHAUS SILS MARIA 

Szenische Lesung von Erri de Lucas‘ „Das Gewicht des Schmetterlings“ 

 
01.02.2016
MIT ANINA JENDREYKO UND CHRISTOPH FINGER. 21.15 UHR 

„Das Gewicht des Schmetterlings“ (2011 im Rowohlt Verlag) versetzt uns an einen flirrend klaren, strahlenden Novembertag, hoch in den Bergen. Zum letzten Mal nimmt der alte Wilderer den steinigen Weg auf sich: Über dreihundert Tiere hat er im Lauf seines Lebens erlegt, lange schon lebt er als Eremit. Nur ein einziges fehlt ihm noch: Der König der Gemsen, dieses starke, beinahe unbezwingbare Tier, dessen Mutter er einst ins Tal wuchtete. Im Tal hängen schon die Nebel und die Menschen gedenken ihrer Toten, wenn für das Wild die Zeit des Aufbruchs und der Revierkämpfe beginnt. Der Zeitpunkt ist gekommen für das seit Jahren aufgeschobene, letzte Duell. Zwei Einzelgänger, ähnlich willensstark und kompromisslos, Mensch und Tier, bewegen sich langsam und unausweichlich aufeinander zu. Am Ende ist es ein weißer Schmetterling, zu Eis gefroren auf dem Horn des Gamsbocks, der für den schicksalhaften Ausgleich sorgt.

Aus dem Italienischen von Helmut Moysich.

 

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CAVHE SÉPARÉE - 21. MAI, 20H, ROXY BIRSFELDEN
DIE VERLOCKUNGEN DES FUNDAMENTALISMUS

Alles ist möglich, nichts ist heilig.
 
Der in Holland aufgewachsene marokkanische Schriftsteller Abdelkader Benali hat kurz nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo einen klugen Text über die Schwierigkeiten veröffentlicht, als Muslim in einer Welt aufzuwachsen, in der alles möglich und nichts heilig ist.

Er beschreibt, wie er als Dreizehnjähriger in einer holländischen Schule seinen Zorn über die angebliche Beleidigung des Propheten durch den Schriftsteller Salman Rushdie herausschreit, und wie er Jahre später vom Roman „Die satanischen Verse“ elektrisiert wird. Ein Abend mit Texten von Abdelkader Benali, Salman Rushdie und Slavoj Žižek.

MODERATION GEORG GEIGER 
LESUNG ANINA JENDREYKO, LASZLO KORNITZER 
GESANG ÖZLEM YILMAZ

 

 

Rose Ausländer Gedichte – Prosa und Biografisches
Freitag 13. Februar 20 Uhr im <a href="http://www.theater-roxy.ch">Theater Roxy Birsfelden</a> 061 313 60 98

Rose Ausländer  - Gedichte – Prosa -  Biografisches

Schreiben war für Rose Ausländer gleichbedeutend mit Leben und Überleben, in einem Leben das geprägt war von Flucht, Exil, Heimatlosigkeit und Suche.
“Warum schreibe ich? Weil ich, meine Identität suchend, mit mir deutlicher spreche und dem wortlosen Bogen. Er spannt mich. Ich bin gespannt auf die Wörter, die zu mir kommen wollen. Ich rede mit ihnen zu mir, zu dir, rede dir zu, mich anzuhören.

Die Welt denkt mich

und fragt

Wo suchst du mich
wo findest du mich

Ich reite auf einer
Wolke aus Worten
und antworte

HIER

 

Ein Glück und Gefallen zwei Erzählungen von Thomas Mann!szenisch gelesen mit Ernst, Humor und Witz gemeinsam; mit Christoph Finger (2012 Waldhaus Sils Maria)

 

Auf den Busch geklopft - Gedichte, Sentenzen + Biografisches von Wilhelm Busch; gemeinsam mit Verena von Behr (2011 Waldhaus Sils Maria)

 

Heisse Sonne - schwarzer Panther - Hariet Straub!musikalische Lesung - Geschichte von zwei Frauen - im direkten und übertragenen Sinne aus der Wüste 2011 & 2012 Basel

 

Janis Ritsos! Gedichte und Biografisches (2006-2010 an verschiedenen Orten)

 

Jakovos Kambanellis – Mauthausen – Buch und Kantate; Gedichte und Lieder (2007-2011) an verschiedenen Orten

 

Seferis, Elytis! Ausschnitte ihrer Werke/v.a. Gedichte (Zürich & Basel 2007)

 

Nazmi Hikmet! Gedichte und Leben (2008 Basel)

 

Griechenland - Erzählungen, Gedichte und Lieder!Lyrik, Musik und Erzählungen zu Griechenland

 

Arabische Literatur und LyrikLesungen auf Reisen: Türkei, Oman, Iran; treffpunktorient und innerhalb eines Austauschprojektes (Kalima)

 

Diverse Lesungen im Literaturhaus Basel


Aktuell FRAUEN 20. Oktober 2017, 21. 25. 26. 28. jeweils 20 Uhr
Publikumsgespräch mit Gästen 21. Oktober
Veranstaltung Laurie Penny & Andi Zeisler 27. Oktober

 

„Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wohl und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen.“ (Laurie Penny)

 

Druckereihalle, Ackermannshof St. Johanns-Vorstadt 19–21 www.druckereihalle.ch

Tickets: info@volksbuehne-basel.ch / 078 671 18 81 Abendkasse jeweils ab 19 Uhr geöffnet

www.volksbuehne-basel.ch

 

Mit 
Carmen Dalfogo, Anne Dauberschmidt, Mercé de Rande, Tahani Salim, Esra Ugurlu, Verena von Behr

 

Konzept, Text & Regie
 Anina Jendreyko

Bühne & Mediale Szenografie Tabea Rothfuchs

 

Kostüme
 Eva Butzkies

Ton Axel Nitz

Szenografie-Assistenz Georg Faulhaber

Dramaturgische Beratung Inga-Annett Hansen

Licht/Technik
 Michel Jann

Produktionsleitung
 Pascal Moor

 

Das Stück spiegelt Lebensrealitäten von Frauen unterschiedlicher Herkunft und Generation, die sich im Spannungsfeld von sogenannter Chancengleichheit und kommerzieller Verwertung unterschiedlich behaupten - meist jede für sich allein.

Es benennt vieles, worüber sonst lieber nicht gesprochen wird, und  wirft die Frage nach der Diskrepanz zwischen emanzipiertem Bewusstsein und dem täglichen Handeln auf.

Mit Humor und Selbstironie zeigen die FRAUEN in bewegungsstarken Bildern ihre Tragkraft. Sie geben der unausgesprochenen Bereitschaft immer alles zu tun eine Sprache. Den blinden Flecken Farbe und suchen mit glühenden Wangen unter den Füssen ihre in Vergessenheit geratenen Träume.

 

21. Oktober -  Wir sind nicht alle gleich, zum Glück  - Ein Gespräch über Feminismus

 

Ein Publikumsgespräch mit Gästen im Anschluss an die Aufführung FRAUEN

 

Frauen stehen heute in einem herausfordernden Spannungsfeld. Zum einen wird Freiheit und Gleichberechtigung postuliert. Zum anderen schränken stereotype Zuschreibungen und gesellschaftliche Erwartungen Frauen nach wie vor ein. Das Stück FRAUEN lässt Frauen unterschiedlicher Herkunft und Generationen erzählen und geht den Lebensgeschichten, den kulturellen Unterschieden und Übereinstimmungen nach.

 

Welche Haltung haben unterschiedliche Frauen zu feministischen Zielen?  

Was bewegt junge Frauen heute?

Wie können wir uns für Gleichstellung und Chancengleichheit einsetzen?

Wie lassen sich Unmut und Frustration in mutige Aktionen umwandeln?

Und welche Rolle spielen Männer, Strukturen und Machtverhältnisse?

 

Inés Mateosmoderiert das Publikumsgespräch mit den folgenden Gästen:

 

Tamara Funiciello (Politikerin JUSO), Susan Bagdach (Gründerin und Geschäftsführerin des interkulturellen Frauen und Mädchen Gesundheitszentrum IFMGZ Holla e.V.  In Köln) Alina Immoos (Spielerin junges Theater Basel) und Anina Jendreyko (Regisseurin FRAUEN)

in Kooperation mit der Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern des Kantons Basel-Stadt

 

 

27. Oktober -   Laurie Penny und Andi Zeisler im Gespräch  - 20 Uhr

Feminismus, Macht und Sehnsucht

 

Feminismus ist hip, die Marketingindustrie verkauft den Frauen "Empowerment" - etwa auf T-Shirts oder in Hochglanzzeitschriften. Gleichzeitig ist Sexismus salonfähig und die Diskriminierung von allen, die nicht weiss, männlich und heterosexuell sind, in vielen Gesellschaften erneut auf dem Vormarsch. Laurie Penny («Bitch Doktrin», Nautilus, 2017), eine der bekanntesten Stimmen des jungen Feminismus aus Grossbritannien, und Andi Zeisler («Wir waren doch alle mal Feministinnen», Rotpunktverlag, 2017 ), Gründerin und Herausgeberin des «Bitch Magazine» in den USA, sprechen über die Themen unserer Zeit, Macht, Einfluss, Umverteilung, Fairness und darüber, was Feminismus heute sein kann. Mit Fabienne Amlinger und Corinna Caduff (M). Veranstaltung auf Englisch mit deutscher Lesung.  Volksbühne Basel und  Philosophicum Basel in Kooperation mit BuchBasel - internationales Literaturfestival  Eintritt: CHF 25/15 In Kooperation mit Internationales Literaturfestival BuchBasel und Philosophicum 

 

 

 

Alle Veranstaltungen in der  Druckereihalle Ackermannshof

St. Johanns-Vorstadt 19-21

Tickets: info@volksbuehne-basel.ch, 078 671 18 81

Eine Koproduktion mit dem ROXY Birsfelden

 

Mit der Unterstützung von:

Ackermannshof/Druckereihalle Basel

Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern des Kantons Basel-Stadt

Internationales Literaturfestival BuchBasel

Swisslos-Fonds BS, Swisslos-Fonds BL, Stanley Thomas Johnson Stiftung, Landis & Gyr Stiftung, Wilhelm und Ida Hertner-Strasser Stiftung, Jubiläumsstiftung der BLKB, Paul Schiller Stiftung

 

>> «Frauen – Glühende Wangen unter den Füssen» Tageswoche 21.01.2017



Interdisziplinär

>> Weiterlesen

 

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Theaterprojekt in Abchasien

Im Zusammenhang mit dem   "Youth Leadership Program" wurden Anina Jendreyko und Nadim Jarrar (Volksbühne Basel) von DRC (danish refugee concil) und artasfoundation  für ein Theaterprojekt nach Abchasien eingeladen. Das "Youth Leadership Program"-von DRC die seit vielen Jahren vor Ort arbeiten, ermöglicht der jüngsten Generation der vielsprachigen und -kulturellen Gemeinden Abchasiens gemeinsame Workshops. Die Jugendlichen sensibilisieren sich dabei für Themen wie gewaltfreie Kommunikation, Umwelt, Geschlechterrollen - vor allem aber erleben sie erfolgreiche Zusammenarbeiten, freundschaftlich beigelegte Konflikte und Vertrautheit jenseits von Vorurteilen bei aller familiären Prägung durch Krieg und Entbehrung.
 
 Unterstützt von einem Team des DRC leiteten sie im Frühjahr und im Sommer Theaterworkshops mit 24 Darstellenden im Alter zwischen 15 und 21 Jahren. Über alle ethnischen Differenzen hinweg fanden die jungen Leute zu einer spielfreudigen und phantasievollen Theatergruppe zusammen und es entstand eine Fülle von Improvisationen, die sie schliesslich zu einem Theaterstück verdichten. Als dramaturgischer Bogen für das Stück "Lela" diente das Märchen Schneewittchen, das allen Beteiligten vertraut ist – unabhängig ob sie aus einer  migrelischer, georgischer, abchasischer und oder russischer Familie stammen. 
 
Das Theaterstück "Lela" wurde im Oktober 2014  fünf mal in einer kleinen Tournee durch 10  Gemeinden aus denen die Jugendlichen kommen  öffentlich aufgeführt. Die Vorstellungen fanden in Ochamchyra, Pirveli Gali, Suchum/i, Chegali und Chuburkhinji statt und erreichten ein grosses, begeistertes Publikum. 
 
Wie viele Kriege der letzten Jahrzehnte war und ist der Konflikt um Abchasien eine Auseinandersetzung, welcher die politische Instumentalisierung ethnischer Herkunft jahrhundertelang miteinander zusammenlebender Kulturen voranging. Die gegenseitige Verständigung, ja die Wertschätzung kultureller Vielfalt innerhalb einer jüngeren Generation sind Voraussetzung für das Gelingen einer zivilen Gesellschaft. Die Arbeit des DRC, im Theaterprojekt gestützt von artasfoundation und der professionellen Erfahrung Jendreykos mit Basler Jugendlichen in den “fremd?!” Projekten  versuchte dazu einen Beitrag zu leisten.
 
In der Schweiz wurde das Projekt am 12. November 2014 bei einem Abend im Gare du Nord Basel durch vielstimmige Berichte und eine Videodokumentation vorgestellt. Der Künstler Arkhip Labakua aus Suchum/i ergänzte die Veranstaltung mit einem Puppentheaterstück. Der Abend bildete einen Teil des Begleitprogramms zur Basler OSZE-Konferenz, welches Swisspeace im Auftrag der Basler Regierung organisierte.

 

 

>> Bericht aus Athen vom 01.03.2016



Fremd?


Neue Produktionen in Arbeit. Näheres siehe

www.projektfremd.ch
Download Informationen

 

Das Projekt „fremd?!“ wurde 2006 von Anina Jendreyko geründet. „fremd?!“ arbeitet in Quartieren, in denen die gesellschaftliche Vielfalt schon seit vielen Jahren zum Alltag gehört. Im Mittelpunkt stehen Theaterproduktionen mit SchülerInnen der OS- und WBS-Stufe, aus dem Brückenangebot und aus dem Nachfolgeprojekt, die über einen Zeitraum von sieben Monaten erarbeitet werden. Das Projekt ist an die Klassengemeinschaft gebunden und somit an die Institution Schule. Fünf öffentliche Aufführungen finden am Ende der Probenphase jeweils in einem Theater in Basel (Vorstadttheater, Kaserne Basel, Theaterfalle) statt. Die Arbeit wird von professionellen Theaterschaffenden geleitet. Das Regieteam setzt sich aus SchauspielerInnen, MusikerInnen und TänzerInnen verschiedener kultureller Herkunft zusammen.    

„fremd?!“ schafft einen Arbeitsraum, der nicht an die schulischen Leistungen gebunden ist, sondern von den Ressourcen und Fähigkeiten der einzelnen Jugendlichen ausgeht und eine oftmals verborgene Kreativität und Initiativkraft erweckt. Die Theaterarbeit fordert die Jugendlichen auf, sich mit ihren vielfältigen Erfahrungen auseinander zu setzen. Sie erfahren sich als interkulturell kompetente Menschen, deren Eigenheiten als stärkende Qualität und Potenzial wahrgenommen werden. Dadurch wird ihre reflexive Identitätsbildung und Selbstkompetenz gestärkt, bei gleichzeitiger Förderung von Eigenverantwortung Sozialkompetenz und der Verantwortung für die Gemeinschaft.

Die Arbeit wird von professionellen Theaterschaffenden geleitet. Das Regieteam setzt sich aus SchauspielerInnen verschiedener sozialer und kultureller Herkunft zusammen – die MusikerInnen und TänzerInnen  haben fast alle einen interkulturellen Hintergrund.

Das Theaterprojekt „fremd?!“ setzt hier an und bietet in seiner Vielfalt eine zeitgemässe Herausforderung. Ausgangspunkt ist die alltägliche Erfahrung der Jugendlichen, der Spagat, den die meisten von ihnen zwischen dem Zuhause – der Herkunftskultur ihrer Eltern – und dem Leben im öffentlichen Raum – Schule, Freizeit, hiesige Mehrheitskultur – vollziehen. Ihre besonderen Erfahrungen werden in der gemeinsamen Theaterarbeit wahrgenommen, anerkannt und als Ressourcen genutzt. Nichts, kein Stück, kein Text ist vorgegeben, alles muss von Anfang bis Schluss selber erarbeitet werden, durch Improvisationen, Gespräche, texten, denken, schreiben. Am Schluss wird ein Stück Lebenswelt symbolisch verdichtet auf der Bühne dargeboten, welches dazu animiert, über individuelle und gesellschaftliche Prozesse zu reflektieren. Alle Jugendlichen bringen ihre Lebenswirklichkeit in den ästhetischen Bildungsprozess mit ein und machen sie bewusst oder unbewusst zum Gegenstand der Auseinandersetzung. Die Jugendlichen übernehmen Verantwortung für den Erfolg des Projekts und füreinander. Sie lernen, sich aufeinander zu verlassen - ebenso wie auf die Kompetenz und Autorität des Regieteams - und machen die Erfahrung, wie Konzentration, Einsatz und Verantwortung zu einem gemeinsamen und erfolgreichen Ergebnis führen.

Verschiedene Ansichten, Einsichten und neue Perspektiven werden dargestellt, über die viel diskutiert, gestritten und gerungen wurde. Die Eltern, die Lehrerschaft, das Publikum, die Theaterhäuser werden damit ebenso konfrontiert und zur Reflexion aufgefordert.

Gleichzeitig werden die Jugendlichen an das hiesige Kulturangebot herangeführt. Durch die vielen Besuche unterschiedlicher Theater (oder auch Museen, etc.) findet eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Ausdrucksformen statt, wodurch sich das Hinschauen und die Kritikfähigkeit verändert. Durch das häufige ins Theater Gehen – vor, hinter und auf die Bühne – lernen die Jugendlichen eine eigene Haltung einzunehmen. Insgesamt erhalten sie dadurch einen breiten Zugang zu kulturellen Institutionen und Angeboten unserer Stadt.

Die Eltern werden in den Prozess des Projektes auch miteinbezogen (Elternabende). Durch den Besuch der Aufführungen erfahren sie einen Perspektivenwechsel und sind aufgefordert, sich mit den verschiedenen Welten ihrer Kinder, neuen Einsichten und Erkenntnissen der Jugendlichen auseinanderzusetzen. Das fordert auf, die eigene Rolle und Aufgabenstellung zu reflektieren. Wir möchten auch verdeutlichen, dass z.B. mangelnde Deutschkenntnisse kein Grund sind, die kulturellen Institutionen zu meiden, sondern, dass der direkte Kontakt helfen kann, die hiesige Sprache und Kultur besser zu lernen und kennenzulernen. 

Den Lehrpersonen ermöglicht das Projekt einen Reflexionsraum und einen Perspektivenwechsel, der ihre Aufmerksamkeit auf positive Fähigkeiten und Aspekte sowie auf die häufig versteckten Motivationen der einzelnen Schülerinnen und Schüler lenkt. 

Seit 2010 gibt es für Jugendliche, die weiter in ihrer Freizeit Theater spielen wollen auch ein Nachfolgeprojekt. Das Theaterstück „was heisst denn hier fremd?!“ hat 2010 einen Preis beim Secondo Theaterfestival erhalten und war an verschiedenen Bühnen in der Schweiz zu sehen.

Wir möchten die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen in unserer Gesellschaft zum Ausgangspunkt neuer Visionen machen, da es nicht reicht, bei der Anerkennung der Differenzen zu verweilen und sie zu fixieren. Alle im Projekt Arbeitenden sind Teil des sich entwickelnden Prozesses und tragen so längerfristig zu einer transkulturellen Öffnung der gesellschaftlichen Strukturen – insbesondere im Kultur- und Bildungsbereich – bei. Dieser Anspruch fordert von allen Beteiligten ein hohes Mass an Kommunikation in alle Richtungen und auch die Bereitschaft sich verwirren zu lassen und neues Gelände zu betreten. Neue Verbindungen innerhalb der Kultur- und Bildungsarbeit können das ganze Feld der Ausdrucks, der Darstellung und des Inhaltes verändern.

Damit verbunden ist der Anspruch von „fremd?!“, den Blick für aktuelle und brisante gesellschaftspolitische Themen zu schärfen, wie die starke soziale Segregation in verschiedenen Wohnquartieren oder die mangelnde transkulturelle Kompetenz von Kultur- und Bildungsinstitutionen und die damit verbundene mangelnde Chancengleichheit von Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien mit und ohne interkulturellem Hintergrund.


"fremd?!" ist ein Verein. Im Vorstand sind: Nathalie Amstutz (Präsidentin), Georg Geiger, Sibel Arslan 

 

Theater-Partner sind: Kaserne Basel, Vorstadttheater und TheaterFalle. 


Texte Texte und Berichte von Anina Jendreyko

 

>> Bericht aus Athen vom 01.03.2016

>> Bericht Amed-Diyarbakir

 

 

Die politische Situation in den vier Teilen Kurdistans ist sehr unterschiedlich, die Kultur ist vielfältig wie ihre Bevölkerung.

 

Die Gesellschaft befindet sich im Aufbruch für ein gleichberechtigtes und demokratisches Leben - ein Ziel für welches seit mehreren Jahrzehnten gekämpft wird. Von diesen Anstrengungen zeugen auch die aktuellen politischen Entwicklungen in den kurdischen Gebieten - die Ereignisse sickern aber eher spärlich in die hiesige Berichterstattung. Ein erweiterter Personenkreis rund um die Volksbühne Basel hat in dieser Situation eine Vision entwickelt. Sie wünschen eine Kulturbrücke zu bauen. Eine Brücke, auf der sich Kulturschaffende und Kulturinteressierte in beide Richtungen bewegen können. Denn nicht nur als Friedensarbeit begriffen ist die Kultur zum Aufbau jeder Gesellschaft als essentielle Dringlichkeit zu erfassen. Was tut sich kulturell und politisch in den kurdischen Gebieten? Wie sehen die Kulturbrücken-Visionen konkret aus und wie steht es um ihre Realisierbarkeiten? Die Veranstaltung informiert und lädt zum Gespräch.

 

 
VON UND MIT: VOLKSBÜHNE BASEL, ROXY UND VERTRETERINNEN AUS POLITIK, BILDUNG UND KULTUR.